Dein Leben – ein Tanz, bei dem du die Schritte bestimmst.
Manchmal gleiten wir elegant, manchmal stolpern wir. Entscheidend ist, dass wir weitergehen. Genau das tue ich jetzt, auf meiner 3.000 Kilometer langen Fahrradreise von Marrakesch nach Banjul. Diese Tour verbindet meine beiden Leidenschaften: das Tanzen und das Reisen. Folge mir dabei, wenn ich unterwegs Grenzen entdecke und überschreite – Kilometer für Kilometer, Schritt für Schritt.
One Step, One World.
3000 Kilometer. Hitze. Staub. Rückenwind. Einsamkeit. Gastfreundschaft. Geschichten. Musik. Tränen. Lachen. Vielleicht auch Scheitern. Vielleicht aber auch genau das, was ich gesucht habe: mich selbst in Bewegung.
Ich reise dorthin, wo Europa oft Einfluss nahm, aber selten Verantwortung. Dorthin, wo heute viele Menschen aufbrechen – in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Ich gehe in die entgegengesetzte Richtung. Nicht, um zu urteilen. Sondern um hinzusehen.
Meine Reise startet in Marrakesch und endet rund 6 Wochen später in Banjul, Gambia. Dazwischen liegen etwa 3.200 Kilometer durch vier sehr unterschiedliche Länder – mit Küsten, Wüsten, Bergen und tropischem Grün. Die Route führt mich über die Atlantikstraße, durch die Westsahara, quer durch Mauretanien per Bike und per legendärem Eisenerzzug, bis hinunter in die Sahelzone.
Auf der Route wechseln sich raue Gebirgslandschaften, windige Küsten, trockene Wüsten und feuchte Tropenzonen ab. Besonders prägend werden wohl die langen Wüstenpassagen sein – mit Hitze, Sand und Rückenwind. Ab Senegal beginnt die Regenzeit: kurze, heftige Schauer, hohe Luftfeuchtigkeit und starke Kontraste. Für mich als Bikepacker heißt das: Flexibilität, Schutz vor Sonne & Regen, und gutes Timing.
Jedes Land bringt eigene Herausforderungen: Die Grenzübergänge verlangen Planung und manchmal Geduld. Die Versorgungslage in der Wüste ist knapp – Wasser und Essen müssen gut kalkuliert werden. Die Straßen wechseln zwischen Asphalt, Sand, Schotter und Überraschung. Dazu kommt der Verkehr, die Navigation in abgelegenen Regionen und natürlich: die eigene Ausdauer.
Meine langjährige Reiseerfahrung, hat mir gezeigt, dass viele Informationen über Regionen der Welt schlichtweg falsch sind. Gerade in Bezug auf Risiken, die meist weit weniger groß sind oder gar nicht vorhanden. Das macht die Unsicherheit aber nicht kleiner, in Vorbereitung auf eine Reise in eine der abgeschiedensten Regionen der Welt.
Die besten Infos bekomme ich Erfahrungsgemäß in speziellen WhatsApp oder Facebookgruppen.
Ich werde mich auf alle Punkte die ich nun nenne, so gut es geht vorbereiten oder bin schon dabei, der Rest ist Abenteuer.
Abgesehen von einem schweren Unfall – der zum Glück noch nie passiert ist – sehe ich auf dieser Reise vor allem zwei ernsthafte technische Risiken, die meine Tour gefährden könnten: mein Tubeless-System und meine elektronische Schaltung.
Ich fahre ein Tubeless-System, weil es im Gelände leichter und pannensicherer ist. Aber: Wenn es doch versagt, ist die Reparatur unterwegs nicht ganz ohne.
Die Erfahrung sagt: Das System hält in der Regel. Aber wenn’s reißt oder die Milch versagt, braucht es eine Strategie – oder gute Nerven.
Ich fahre mit einer elektronischen SRAM Force AXS Schaltung – präzise, leicht, wartungsarm. Aber wenn sie versagt, kann ich sie nicht selbst reparieren.
Das ist keine Bowdenzug-Schaltung, bei der man im Zweifel einen Zug ersetzt. Hier geht es um Funkverbindungen und Servomotoren. Und die sind in der Wüste nun mal nicht zu ersetzen.
Ich versuche, auch diese Eventualitäten durch Redundanz, Akkupflege und Vorbereitung abzusichern – aber sie bleiben Unsicherheitsfaktoren, die ich im Blick behalte.
Das Thema Geld ist auf meiner Route eines der wichtigsten logistischen Themen – vor allem, weil Kartenzahlung nicht überall funktioniert und ich lange Strecken durch abgelegene Gebiete fahre.
In Marokko ist die Versorgung gut: Geldautomaten sind verbreitet, und auch Kartenzahlung ist in vielen Orten möglich. In kleineren Dörfern braucht man dennoch Bargeld. Problematisch ist Marokko nicht – aber ich nehme früh genug ausreichend Bargeld mit.
Mauretanien ist der heikelste Teil der Reise, was Geld angeht. Es gibt nur wenige funktionierende Geldautomaten, Kartenzahlung ist nahezu ausgeschlossen. Die Landeswährung Ouguiya ist nur vor Ort erhältlich. Ich werde deshalb:
In Senegal funktionieren Geldautomaten wieder besser, vor allem in größeren Städten wie Saint-Louis oder Dakar. Kartenzahlung ist aber auch hier eher die Ausnahme. Bargeld bleibt entscheidend – vor allem auf dem Land.
In Gambia nutze ich die Landeswährung Dalasi.
Geldautomaten sind vorhanden, aber oft gebührenpflichtig oder limitiert.
Ich plane, mit
Ich habe keinen festen Tagesplan – aber ich will nicht wegen Geldmangel improvisieren müssen. Deshalb ist gute Vorbereitung in diesem Punkt für mich essenziell.
Jeder Grenzübergang ist eine eigene Herausforderung. Visa, Stempel, Papierkram, Bürozeiten – nichts davon läuft reibungslos, und jedes Land hat eigene Regeln.
Besonders kritisch sind die Übergänge zwischen Marokko, Mauretanien und Senegal. Ich bereite mich mit möglichst genauen Infos, Kopien aller Unterlagen und viel Geduld vor – denn „Afrika“ funktioniert oft anders als gedacht.
Ab Senegal beginnt die Regenzeit – und das ist für mich ein großer Unsicherheitsfaktor. Ich weiß nicht, ob sie mich nur streifen wird oder ob es täglich zu heftigem Regen kommt.
Ich versuche mein Setup so anzupassen, dass es mit Nässe, Matsch und hoher Luftfeuchtigkeit klar kommt. Und mental bereite ich mich darauf vor, dass ich bei schlechtem Wetter auch mal länger irgendwo bleibe oder spontan umplane.
Ich glaube, meine Grundkondition reicht für diese Tour – das habe ich über Jahre aufgebaut. Trotzdem habe ich Respekt vor Überlastungserscheinungen: Rücken, Gelenke, Handgelenke, Nacken. Es sind nicht immer die großen Verletzungen, die eine Reise gefährden – sondern die kleinen Schmerzen, die sich Tag für Tag einschleichen.
Ich werde deshalb besonders auf meinen Körper hören, Belastungen dosieren und im Zweifel lieber einen Tag langsamer fahren. Die Tour soll fordernd sein – aber nicht auf Kosten meiner Gesundheit.
Die Insta360 X5 ist eine 360°-Actioncam mit beeindruckender Bildqualität
und großem kreativen Spielraum.
Trotzdem: Für Solo-Reisende und schnelle Perspektivwechsel gibt es aktuell kaum eine bessere Lösung.
Und in Kombination mit gutem Zubehör lassen sich fast Drohnen-ähnliche Aufnahmen erzeugen – ganz ohne Fluggerät.
Der „Invisible Stick“ lässt die Kamera fliegen – zumindest optisch. In der 360°-Bearbeitung verschwindet die Stange, sodass die Aufnahmen wie aus der Luft wirken. Kombiniert mit Bewegung entsteht ein fast schwebender Look.
Klein, leicht, anpassbar – mein biegbares Mini-Stativ passt in jede Tasche. Ich kann es auf Felsen, Geländern oder dünnen Ästen befestigen – oder ganz klassisch auf dem Boden nutzen. Es hilft, ruhige Aufnahmen zu machen oder mich selbst aus der Distanz zu filmen – zum Beispiel beim Kochen, Packen oder Reparieren.
Das gesamte Zubehör ist bewusst auf maximale Flexibilität bei minimalem Gewicht ausgelegt – ganz ohne komplizierten Aufbau oder Extragepäck.
Durch die Kombination aus Schnellladegerät und modularer Stromverteilung kann ich meine Geräte auch in kurzen Ladefenstern
(Restaurant, Tankstelle, Unterkunft) gezielt nachladen.
Ein rostiger Koloss, über 2,5 Kilometer lang. Der mauretanische Erz-Zug ist der längste Güterzug der Welt – und ein Symbol für Mauretaniens Rohstoffwirtschaft.
Täglich bringt er Eisenerz von den Minen bei Zouérat nach Nouadhibou am Atlantik. Und danach? Fährt er leer zurück. Genau diese Rückfahrt nutze ich – von Nouadhibou nach Choum, mitten durch die Sahara.
Klingt verrückt? Vielleicht. Aber für mich ist es ein echtes Highlight dieser Reise.
⚫ Keine Fenster.
⚫ Kein Sitzplatz.
⚫ Kein Dach.
Nur ich, mein Rad, die Wüste – und ein Platz auf einem leeren Güterwaggon.
Ich werde mein Fahrrad einfach mit in den leeren Waggon heben.
Es gibt keine Laderampe, keinen Service – also alles per Hand.
Der Einstieg ist improvisiert, aber möglich.
Es gibt keine Durchsage, keinen Bahnhof. Choum ist ein sandiger Außenposten. Wer raus will, muss wachsam sein. Am besten: mit GPS oder vorherigem Absprachen mit Einheimischen.
Die Fahrt mit dem Iron Train ist kein touristisches Event – sondern eine raue Erfahrung zwischen Freiheit, Staub und Sternenhimmel.
Ich fahre nicht mit, um anzukommen.
Ich fahre mit, um das zu erleben.
Ich bin schon Langstreckentouren mit Carbon-Mountainbikes gefahren – damals noch belächelt. Heute weiß ich: Für mehrwöchige Touren ist Carbon kein Nachteil, sondern eine Stärke. Ich bin nicht monatelang unterwegs, wo maximale Einfachheit zählt. Für eine 6-Wochen-Tour ist das Carbon-Gravelbike wie für mich gemacht: Stabiler als ein Rennrad, schneller als ein Mountainbike – und mit Gepäckaufnahmen genau richtig fürs Bikepacking.
Ich habe auch klassische Reiseräder wie das Tout Terrain Silkroad in Betracht gezogen. Aber für meine Reise war das hohe Gewicht und die eingeschränkte Alltagstauglichkeit nach der Tour ein klarer Minuspunkt.
Umbauten & Setup-Anpassungen
Mein Bike kam ursprünglich mit einer elektronischen 2-fach-Schaltung – präzise, wartungsarm, aber mit Schwächen in entlegenen Gegenden. Deshalb habe ich es umgebaut:
1-fach-Antrieb: Nur noch ein ein Akku, ein Schaltwerk. Weniger Fehlerquellen. Die Übersetzungsbandbreite reicht für die meist flachen Strecken völlig aus.
Force Powermeter-Kurbel: Ja, ein bisschen Luxus. Aber ein echter Mehrwert: Ich sehe jederzeit meine Leistung in Watt, kann Überlastung vermeiden – und trainieren lässt sich damit auch gezielter.
Kürzerer Vorbau: Für eine aufrechtere Sitzposition. Gerade auf langen Etappen schont das Nacken, Rücken und Hände.
Mein Bikepacking Konzept
Ich bin lange Zeit mit einem klassischen Setup unterwegs gewesen: Seat-Pack, Handlebar-Pack und Rucksack. Für diese Reise wollte ich jedoch bewusst auf den Rucksack verzichten – zugunsten von mehr Bewegungsfreiheit und weniger Belastung für Schultern und Rücken.
Auch das Handlebar-Pack hat sich bei meinem Rennlenker als suboptimal erwiesen. Hier kommt ein entscheidender Vorteil meines Rads ins Spiel: die Möglichkeit, ein vollwertiges Gepäcksystem zu montieren.
Nach mehreren Testfahrten habe ich mich für folgendes Setup entschieden:
Dieses Setup ist nicht das windschnittigste – klar. Die Aerodynamik leidet etwas. Aber nach intensiven Tests war klar: Selbst mit Ultralight-Ausrüstung brauche ich den Stauraum aller vier Taschen.
Auf dieser Route wird es kaum Möglichkeiten geben, unterwegs Dinge wegzuschicken oder gezielt nachzukaufen. Deshalb setze ich lieber auf etwas mehr Platz – und dafür auf volle Unabhängigkeit.
Als ich anfing, über ein Fahrrad für die Tour nachzudenken, war mir vor allem eins wichtig: eine komfortable Sitzposition. Ich wusste, dass die Strecke lang wird – und Überlastungen wollte ich reduzieren. In dem Zusammenhang bin ich zum ersten Mal über das Stack-Reach-Verhältnis gestolpert – und wie wichtig es für eine entspannte Geometrie ist.
Der Giant-Shop war der erste – aber eigentlich nicht mein Favorit. Ich habe mich draufgesetzt und habe mich sofort wohl gefühlt.
Ich konnte es damals noch nicht wissen, aber: Ich würde an diesem Tag kein besseres Rad mehr finden. Alle anderen Tests haben mich nur darin bestätigt. Das Gefühl auf dem Revolt war von Anfang an richtig.